Eustress/Disstress

Bei der Recherche zum Thema Stress stößt man oft auf die Begriffe "Eustress" und "Disstress" sowie deren differierende Erläuterungen.
Der Begründer der Stressforschung, Hans Selye, sagte:

Im täglichen Leben muß man jedoch zwei Arten von Streß unterscheiden, nämlich Eustreß (von griechisch eu oder gut  - wie in Euphonie, Euphorie, Eulogie) und Distreß (von lateinisch dis oder schlecht – wie in Dissonanz, »disease«, »dissatisfaction«). In Abhängigkeit von den jeweils vorliegenden Bedingungen ist Streß mit erwünschten oder unerwünschten Folgen verbunden. [19]<

Eine der vertretenen Meinungen spiegelt sich in der Auffassung -wie auch Selye sagte-  wider, dass Eustress (der „gute“ Stress) durch angenehme Stressoren hervorgerufen wird und ebenso ansprechende Effekte erzeugt.
Die andere Meinung (der auch wir uns anschließen) beruft sich darauf,dass Eustress und Disstress verschiedene Stadien des Stresslevels sind. Eustress, welcher sich auf einer geringeren Ebene positionieren lässt, motiviert, spornt an, sorgt dafür, dass man die anstehenden Aufgaben erledigt und nicht in einen Zustand der Langeweile und Unterforderung verfällt.
Disstress wird in diesem Zusammenhang als die Menge an Stress definiert, welche die Bewältigungsmöglichkeiten übersteigt und nicht mehr fördernd, sondern hemmend wirkt.
Vergleichend zu dieser Auffassung kann man den Zusammenhang von Leistungsfähigkeit und Stress sehen (vgl. Abbildung). Wenn z.B. einem Schüler freigestellt wird, ob und bis wann er seine Hausaufgaben erledigt, so wird er höchstwahrscheinlich nicht allzu bald damit anfangen und auch ein mittelmäßiges Ergebnis abliefern, da er nicht dazu angeregt ist, seine Ressourcen auszuschöpfen ( Hypostress – „Unterstress“).
Wenn man denselben Schüler täglich daran erinnert, was er noch zu tun hat, ihm einschärft, er müsse eine sehr gute Note erzielen, sonst dürfe er sich nicht mit seinen Freunden treffen, ist er so unter Druck (Stress), dass er Angst davor hat, die Hausaufgabe in Angriff zu nehmen oder er überarbeitet sie so oft, dass er den Abgabetermin verpasst ( Disstress).
Wenn dem Schüler jedoch eine Frist gesetzt wird und er ein ihm entsprechendes Niveau erreichen soll, ist ein notwendiger Anreiz gegeben, um die  vorhandenen Ressourcen optimal auszuschöpfen ( Eustress)